Ein weiterer Meilenstein bei der Elektrifizierung der VBSH-Flotte ist erreicht: Das spanische Unternehmen ‹Irizar› erhält in der öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag für die Lieferung des Elektrobussystems für Schaffhausen. Vor der Volksabstimmung wird in Schaffhausen ein Pilotbetrieb durchgeführt.

2017 verabschiedete der Grosse Stadtrat die Elektrifizierungsstrategie der Verkehrsbetriebe Schaffhausen (VBSH). Diese sieht vor, die gesamte Stadtbusflotte innert zehn Jahren zu elektrifizieren.

Die VBSH haben eine internationale, öffentliche Ausschreibung durchgeführt. Die Ausschreibung erfolgte unter Einhaltung der GATT/WTO-Regeln und hatte zum Ziel, den richtigen Systemlieferanten für die Einführung von Elektrobussen mit Schnellladesystem in Schaffhausen zu finden.

Für die Ausschreibung wurde ein zweistufiges Verfahren gewählt. In der ersten Stufe (Präqualifikation) mussten die Anbieter mindestens zwei funktionierende Referenzen in Europa vorweisen und bestätigen, dass sie als Generalunternehmer in den Werkliefervertrag eintreten werden. In der Präqualifikation konnten sich vier Anbieter für die zweite Stufe (Angebotsphase) qualifizieren. Nach eingehender Prüfung und Analyse der eingereichten Angebote wurden die Angebote vom Beurteilungsgremium anhand der in den Ausschreibungsunterlagen definierten Kriterien evaluiert und bewertet. Die Wirtschaftlichkeit wurde mit 32% am höchsten gewichtet, wobei die Kosten über die gesamte Lebensdauer («Total cost of ownership») inklusive dem vertraglich zugesicherten Energieverbrauch betrachtet wurden. Weiter wurden Kommerzielles mit 10%, Fahrzeugeigenschaften mit 22%, die Ladeinfrastruktur mit 14% und die Gesamtlösung mit 22% Gewichtung bewertet.

Das Angebot von ‹Irizar› überzeugte durch die gute Wirtschaftlichkeit, der besonders leistungsstarken Ladeinfrastruktur, einem aussergewöhnlichen Fahrzeugdesign und der ausgewiesenen Kompetenz des Projektteams. Irizar hat seinen Sitz in Nordspanien und ist als Genossenschaft organisiert (‹Irizar Sociedad Cooperativa›). ‹Iriziar e-mobility› bietet zusammen mit seinen Schwesterunternehmen ‹Jema› (Elektroanlagen) und ‹datik› (Software) sowie mit dem deutschen Integrationspartner ‹Ferrostaal› eine Gesamtlösung für die VBSH an.

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Die Empfehlung des Beurteilungsgremiums wurde am Dienstag, 26. März 2019  vom Stadtrat bestätigt. Irizar erhält den Zuschlag unter Vorbehalt eines erfolgreichen Pilotbetriebes in Schaffhausen und der Genehmigung der zuständigen Gremien (VK VBSH, Grosser Stadtrat, Volksabstimmung). Der Zuschlag wurde heute (29. März 2019) im Schaffhauser Amtsblatt sowie auf SIMAP (Schweizerische Plattform für die Publikation öffentlicher Beschaffungen) und TED (Europäische Ausschreibungsplattform) publiziert.

Zum Lieferumfang gehören:

  • Elektrobusse
  • Ladeinfrastruktur im Depot und am Bahnhof
  • Monitoring-Software
  • Service- und Wartungsmaterial
  • Dienstleistungen (Projektmanagement, Schulungen, Early-Life-Support)

Beim mit der Zuschlagspublikation veröffentlichten Angebotspreis von 57.9 Mio. Franken handelt es sich um eine Vollkostenbetrachtung. Darin enthalten sind 47 Busse inklusive aller Optionen (Vollausbau), die Ladeinfrastruktur und Projektdienstleistungen. Das Grundlos umfasst hingegen nur sieben Standard- und acht Gelenkbusse, die Ladeinfrastruktur mit zwölf Ladearmen am Bahnhof, 16 Übernachtladern und einen Ladearm im Depot, die Software sowie umfassende Projektdienstleistungen.

Nach Ablauf der Rechtsmittelfrist werden sich die Verwaltungskommission der VBSH und der Stadtrat mit dem Geschäft befassen. Die Verabschiedung der Vorlage an den Grossen Stadtrat ist noch in diesem Frühling vorgesehen. Im zweiten Halbjahr dieses Jahres sind der Pilotbetrieb sowie die Volksabstimmung geplant.

Mit der Elektrifizierung der Stadtbusflotte gehen die VBSH und die Stadt Schaffhausen neue, innovative Wege. Elektrobusse sind langfristig wirtschaftlicher als Dieselbusse und schonen die Umwelt. Dank Strom aus unserem Wasserkraftwerk ist der Betrieb CO2-neutral. Elektrobusse verursachen praktisch keine Fahrgeräusche und verschonen so die Quartiere vor Lärm.

Portrait Irizar e-mobility: https://vimeo.com/271649374

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Auf dem Versuchsgelände des Swiss Transit Lab in Neuhausen am Rheinfall engagieren sich der weltweit tätige ÖV-Systemspezialist Trapeze, dessen Tochtergesellschaft AMoTech sowie die Verkehrsbetriebe Schaffhausen VBSH für die Entwicklung von Dienstleistungen und Lösungen für die (automatisierte) Mobilität von Morgen. Unterstützt werden sie von der Regional- und Standortentwicklung des Kantons Schaffhausen. Ziel ist es nicht nur den selbstfahrenden Shuttle auf die Schaffhauser Strasse zu bringen, sondern im internationalen Kontext mit weiteren Partnern die Mobilität der Zukunft mitzugestalten.

  • Cloud basierte Leitstellenlösung von Trapeze

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