Die VBSH stellen um auf Elektrobusse

VBSH setzen auf Elektrobusse

Die Verkehrsbetriebe Schaffhausen (VBSH) setzen auf Elektrobusse und möchten bis 2027 die ganze Flotte umstellen. Zum Einsatz kommen Elektrobusse mit Schnellladesystem. Die bestehenden Trolleybusse der Linie 1 werden umgerüstet. Die Elektrobusse sind leise, umweltfreundlich und überzeugen auch durch die bessere Wirtschaftlichkeit. Das Vorhaben ist in dieser Art für die Schweiz einmalig. Die Stadt Schaffhausen und die VBSH nehmen mit dieser Strategie in der Elektromobilität eine Vorreiterrolle ein. Die entsprechende Strategie- und Planungskreditvorlage wurde vom Schaffhauser Stadtparlament im August 2017 freigegeben.

Die Verkehrsbetriebe Schaffhausen (VBSH) sind das städtische Busunternehmen und bedienen alle Quartiere der Stadt und der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall. Das Unternehmen wurde 1901 als Trambetrieb gegründet. 1966 wurden die Trams mit Trolleybussen abgelöst. Heute verfügen die VBSH über sieben Trolleybusse (auf Linie 1) und 34 Dieselbusse (auf allen anderen Linien).

Flottenerneuerung steht bevor

Die aktuelle Flottenplanung sieht vor, dass der öffentliche Beschaffungsprozess für eine neue Generation Busse in den nächsten Monaten gestartet wird, damit die neuen Busse – nach Ablauf der Lebensdauer der bestehenden – rechtzeitig in Betrieb genommen werden können.

2009 beauftragte das Stadtparlament den Stadtrat innerhalb von zehn Jahren zu prüfen, ob die Linie 3 auf Trolleybusbetrieb umgestellt werden kann, und zwar ‹unter Berücksichtigung der Entwicklungen auf dem Energie- und Fahrzeugmarkt›. Die Umstellung der Linie 3 auf Trolleybus wurde im Agglomerationsprogramm II aufgenommen, weshalb bei entsprechenden Infrastrukturmassnahmen eine Mitfinanzierungsmöglichkeit durch den Bund besteht.

Evaluation Traktionsarten: Zehn Systeme im Vergleich

Die VBSH haben eine umfassende Analyse der aktuell auf dem Markt verfügbaren Traktionsarten gemacht und dabei zehn unterschiedliche Systeme untersucht.

E-Bus mit Schnellladesystem günstig und umweltfreundlich

Im Vergleich der Traktionen mit Gewichtung der wirtschaftlichen und ökologischen Vorzüge geht der ‹E-Bus mit Schnellladesystem (Opportunity Charging Conductive OCC)› als Sieger hervor.

Der E-Bus mit Schnellladesystem bezieht die Energie von einer auf dem Dach installierten Batterie, welche sowohl im Depot als auch an einzelnen Haltestellen in kürzester Zeit geladen wird. Dieser E-Bus ist umweltfreundlich, bietet den gleich hohen Fahrkomfort wie ein Trolleybus und ist trotz der notwendigen Anfangsinvestition (Ladestationen) in der Gesamtbilanz bereits nach fünf Betriebsjahren günstiger als der Dieselbus. Eine vollständige Ablösung der Dieselflotte auf dem gesamten VBSH-Netz ist bis 2027 möglich.

Umrüstung des klassischen Trolley auf Trolley IMC

Für die bestehenden Trolleybusse auf der Linie 1 bietet sich die Umrüstung auf die Technologie ‹In Motion Charging (IMC)› an. Dabei werden die Busse mit Batterien ausgestattet, welche über die bestehenden Oberleitungen während der Fahrt geladen werden. Dies ermöglicht einen streckenweisen Abbau der Oberleitungen und senkt somit die Kosten für die Fahrleitungswartung.

Beschaffungsstrategie und weiteres Vorgehen

Mit der vorliegenden Strategievorlage wurde dem Grossen Stadtrat ein Grundsatzentscheid zur Umstellung auf E-Busse mit Schnellladesystem und ein entsprechender Planungskredit über 630ꞌ000 Franken beantragt.

Das Stadtparlament hat diese Strategie betsätigt, womit als nächster Schritt das Submissionsverfahren gestartet werden konnte. Der Zuschlag erfolgt unter Vorbehalt der Genehmigung der Investitionskreditvorlage durch Parlament und Volk. Um die Risiken bei der Einführung dieser zwar andernorts erprobten, aber dennoch noch relativ neuen Technologie zu reduzieren, muss der Anbieter einen Pilotbetrieb unter realen Umständen (im Sinne eines ‹Testbetriebs›) bestehen. Der Pilotbetrieb auf dem VBSH-Netz und die Volksabstimmung sind im 2018 geplant.

Als Rückfallposition (und für die Beschaffung der RVSH) wird parallel der Beschaffungsprozess für Dieselbusse mit einer sogenannten Backupbeschaffung durchgeführt.

Voraussichtliche Investitionskosten und weitere Ausbaustufen

Im ersten Schritt ist die Beschaffung von zehn E-Bussen, elf Ladestationen am Bahnhof Schaffhausen, die Umrüstung der Trolleybusse sowie die notwendige Erweiterung des Busdepots im Ebnat vorgesehen. Die Netto-Investitionen werden auf rund 19 Mio. Franken geschätzt. Eine reine Dieselbus-Beschaffung in der gleichen Grössenordnung würde inklusive aller nötigen Infrastrukturkosten auf rund 15 Mio. Franken zu liegen kommen.

Die zehn neuen Busse sollen nach aktueller Planung primär auf der Linie 3 eingesetzt werden und zudem die Linien 4 und 5 ergänzen. Da sich die Ladestationen am Knotenpunkt Bahnhof befinden, ist ein weiterer Ausbau ohne grosse Infrastrukturkosten möglich.

Schaffhausen nimmt bei der Elektromobilität eine Vorreiterrolle ein

Die E-Busse weisen gegenüber den gängigen Dieselbussen und den Trolleybussen deutliche Vorteile auf. Sie überzeugen durch ihre ausgezeichnete Umweltfreundlichkeit, die gute Wirtschaftlichkeit, den hohen Fahrkomfort und den Verzicht auf Fahrleitungen.

Mit der innovativen Traktionsstrategie festigen die VBSH und die Stadt Schaffhausen ihre ökologische und innovative Vorreiterposition.

Die Vorlage an den Grossen Stadtrat ist hier einsehbar.

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Auf dem Versuchsgelände des Swiss Transit Lab in Neuhausen am Rheinfall engagieren sich der weltweit tätige ÖV-Systemspezialist Trapeze, dessen Tochtergesellschaft AMoTech sowie die Verkehrsbetriebe Schaffhausen VBSH für die Entwicklung von Dienstleistungen und Lösungen für die (automatisierte) Mobilität von Morgen. Unterstützt werden sie von der Regional- und Standortentwicklung des Kantons Schaffhausen. Ziel ist es nicht nur den selbstfahrenden Shuttle auf die Schaffhauser Strasse zu bringen, sondern im internationalen Kontext mit weiteren Partnern die Mobilität der Zukunft mitzugestalten.

  • Cloud basierte Leitstellenlösung von Trapeze

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