Die Verkehrsbetriebe Schaffhausen VBSH haben eine klare Vorstellung von der Zukunft. Elektrisch sollen die zukünftigen Stadtbusse betrieben werden, nachgeladen werden sie unterwegs an der Bahnhofstrasse und nachts im Depot. Das letzte Wort hat das städtische Stimmvolk – die Vorlage, das Gesamtkonzept und nicht zuletzt das «ie tram» überzeugen.                                                                              

Rund 58 Millionen Franken sollen für die Umstellung der gesamten Busflotte investiert werden, damit die Verkehrsbetriebe Schaffhausen in Zukunft leise und mit Schaffhauser Wasserstrom betrieben durch die Quartiere fahren können. Natürlich ist die Gesamtinvestition auf den ersten Blick gross, doch investieren müssen die VBSH sowieso. Da keine gültige Beschaffung mehr vorhanden und auch die Antwort auf die Frage nach der zusätzlichen Elektrifizierung der Linie 3 noch hängig war, haben die VBSH die Gelegenheit genutzt und eine Gesamtstrategie für die zukünftige Traktionsart der Busbetriebe erarbeitet. Bereits im August 2017 wurde als Fahrzeug der «E-Bus mit Schnellladesystem OCC» bestimmt und die Ausschreibung gestartet, die im zweiten Halbjahr 2018 erfolgte. Nach der Bewertung der eingegangenen Angebote haben die VBSH Ende März 2019 den Zuschlag an den spanische Nutzfahrzeughersteller Irizar erteilt, der mit Irizar E-Mobility über eine eigene Elektrobussparte verfügt. Irizar e-mobility hat 2018 im baskischen Aduna das erste Elektrobuswerk in Europa eröffnet, in welchem ausschliesslich Elektrofahrzeuge hergestellt werden und eine Produktionskapazität von 1'000 Fahrzeugen pro Jahr aufweist.

Ein Glücksfall für Schaffhausen

Irizar fertigt aber nicht nur das «ie tram», welches im Rahmen der Medienpräsentation erstmals in der Schweiz vorgestellt wurde. Auch die Batteriepakete fertigt Irizar selber, liefert ebenfalls die notwendige Ladeinfrastruktur und stellt die Steuerungssoftware  her. Für die VBSH ein Glücksfall, wie Geschäftsführer Bruno Schwager betont, denn «Irizar kann uns damit ein Gesamtpaket anbieten, womit alles aus einer Hand kommt». Doch das ist nicht alles, denn verbunden mit dem Zuschlag für den Grossauftrag und unter Vorbehalt der Volksabstimmung, wird Irizar in Schaffhausen eine Niederlassung gründen. Das freut nicht nur den Wirtschaftsförderer Christoph Schärrer, der die Parallelen zum Innovationsprojekt des selbstfahrenden Busses in Neuhausen am Rheinfall zog, sondern auch VBSH-Projektleiter Nathan Hueber. «Für die Einführung des neuen Systems ist es wichtig, die Ansprechpartner gleich vor Ort zu haben», sagt Nathan Hueber. «Dass Irizar eine Niederlassung in Schaffhausen gründet, ist für uns natürlich ein Glücksfall.»

Auch wirtschaftlich rentabel

Stadtrat und Finanzreferent Daniel Preisig, ist nicht nur vom Fahrzeug und der Gesamtlösung überzeugt. «Wirtschaftlich gesehen rechnet sich die anfänglich höhere Investition bereits nach elf Jahren», sagt Preisig. Dass ein Innovationsprojekt dieser Grösse, welches erheblich zur CO2-Reduktion der Stadt Schaffhausen beitragen wird, auch noch wirtschaftlich rentabler sein wird, als wenn auf konventionelle Dieselbusse gesetzt würde, ist nicht erstaunlich. Auch Ueli Stückelberger, Präsident des Verbands öffentlicher Verkehr VöV, betont, dass den emissionsarmen Elektrobussen die Zukunft gehöre.

Ein führendes Projekt in der Schweiz und Europa

Hector Olabe, Geschäftsführer von Irizar E-Mobility, war eigens für die Buspräsentation nach Schaffhausen gekommen. Mit 15 Bussen im Grundlos und 32 optional bestellbaren Fahrzeugen sowie der Schnellladung an zentraler Stelle ist das Schaffhauser Projekt einmalig. Die Positionierung der Ladeinfrastruktur am Bahnhof statt an den Endhaltestellen macht das Projekt nicht nur wirtschaftlich, sondern lässt die Technik an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt für das Publikum sichtbar werden. Das Schaffhauser Projekt ist damit auch ein idealer Showcase für die Elektromobilität. Hector Olabe ist überzeugt, mit Schaffhausen den idealen Partner in der Schweiz und im Herzen von Europa gefunden zu haben, um die Elektromobilität für den öffentlichen Busverkehr Realität werden zu lassen. Zudem soll Schaffhausen eine der ersten Städte in Europa sein, die konsequent auf Elektrobusse umstellt. Bereits heute sind etliche Schweizer Busbetriebe und Städte interessiert, wie die die Schaffhauser die Umstellung planen. Das Schaffhauser Modell könnte Schule machen – das wäre dann ein Glücksfall für alle.

 

Visualisierungen des Projektes respektive der Busse in Schaffhausen (rechts klicken und herunterladen):

sh schifflaende ietram 18m   sh schifflaende ietram 18m
Beispielhafte Designstudie für die Situation an der
Bahnhofstrasse mit freistehenden Ladearmen.

  Beispielshafte Designstudie für die Ladesituation in der
Bahnhofstrasse nach deren Aufwertung.

sh schifflaende ietram 18m   sh schifflaende ietram 18m
Designstudie für ein 12m-ie-tram in Buchthalen.    Designstudie für ein 18m-ie-tram an der Schifflände.

 

 pdfVorlage an den Grossen Stadtrat vom 3. Mai 20193.18 MB

pdfMedienpräsentation vom 3. Mai 20193.35 MB

pdfTechnischen Angaben für das ie Tram in 12m und 18m Ausführung4.85 MB

 pdfMedienmitteilung vom 3. Mai 2019148.89 kB

 Webgalerie Medienanlass 3. Mai 2019 // Medienfotos (Zip-File 84.7 MB) (für höhere Auflösung bitte anfragen)

 

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Auf dem Versuchsgelände des Swiss Transit Lab in Neuhausen am Rheinfall engagieren sich der weltweit tätige ÖV-Systemspezialist Trapeze, dessen Tochtergesellschaft AMoTech sowie die Verkehrsbetriebe Schaffhausen VBSH für die Entwicklung von Dienstleistungen und Lösungen für die (automatisierte) Mobilität von Morgen. Unterstützt werden sie von der Regional- und Standortentwicklung des Kantons Schaffhausen. Ziel ist es nicht nur den selbstfahrenden Shuttle auf die Schaffhauser Strasse zu bringen, sondern im internationalen Kontext mit weiteren Partnern die Mobilität der Zukunft mitzugestalten.

  • Cloud basierte Leitstellenlösung von Trapeze

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