Zum Mond, hin, zurück und nochmals hin – elektrisch

Die Schaffhauser Elektrobusse sind erst wenige Monate in Betrieb und aus dem Strassenbild nicht mehr wegzudenken. Bereits haben sie weit über eine Million Kilometer auf den Stadtlinien zurückgelegt, was der dreifachen Strecke von der Erde zum Mond entspricht.

Seit August 2020 sind die beiden ersten Vorserie-Fahrzeuge in Schaffhausen unterwegs und seit Anfang 2022 ist die Flotte der Grundetappe komplett. Der Schaffhauser Elektrobus rollt – und wie: Bereits wurden 1.1 Millionen Kilometer auf den Schaffhauser Strassen zurückgelegt, knapp drei Mal so weit wie von der Erde bis zum Mond. Dazu kommen rund 75 000 Schnellladungen, bei denen die acht Standard- und sieben Gelenk-Elektrobusse beim Zwischenstopp in der Bahnhofstrasse nachgeladen werden.

Bereits 50 Prozent elektrisch unterwegs

15 Elektrobusse entsprechen rund einem Drittel der städtischen Busflotte. Zusammen mit den sieben Trolleybussen weist Schaffhausen einen Elektrifizierungsgrad von 50 Prozent auf. Werden die Busse entsprechend umsichtig eingeplant, kann dabei weit mehr als die Hälfte des Angebotes leise und fossilfrei bewältigt werden. Insbesondere am Abend und an den Wochenenden werden nach Möglichkeit überwiegend Elektrobusse eingesetzt. Die vbsh leisten damit einen grossen Beitrag zur Schaffhauser Lebens- und Luftqualität.

Derzeit erhalten die Elektrobusse übrigens ein kostenloses Upgrade: Hersteller Irizar lässt auf eigene Kosten die zweite Tür anpassen auf die Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Personen, was ganz im Sinne der vbsh ist. Der Umbau erfolgt in der Schweiz und ist bis Ende Jahr abgeschlossen.

Vorgehen hat sich bewährt

Die vbsh haben mit der Einführung von Elektrobussen aber nicht einfach «Pionierarbeit» geleistet. Im Gegenteil wurde ein auf dem Markt verfügbares Produkt in einen laufenden Betrieb integriert und so konfiguriert, dass es optimal auf die lokalen Bedürfnisse passt. Das Vorgehen mit zwei Vorserie-Fahrzeugen hat sich dabei als absolut richtig erwiesen. Die damit gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen hatten wesentlichen Einfluss auf die Optimierung des Gesamtsystems. Die Entkoppelung des Baus der Ladeinfrastruktur vom Aufwertungsprojekt der Bahnhofstrasse erwies sich ebenso als richtig wie auch der Entscheid, alle Lieferelemente aus einer Hand zu beziehen. Das Zusammenspiel von Fahrzeug, Ladeinfrastruktur und Software ist wesentlich für einen effizienten Betrieb. Ebenso wichtig ist, dass Schulungen und Wissenstransfers offen und transparent geführt werden. Der Einbezug aller Beteiligten von Anfang an ist wichtig.

Letztlich haben die vbsh eines vom Elektrobusprojekt gelernt: Der Wechsel auf die Elektromobilität ist kein einfacher Fahrzeugwechsel. Der Umstieg auf Elektro mobilität ändert alles: Arbeitsplätze, Infrastruktur, Werkstatt. Die Elektromobilität hat Auswirkungen auf das ganze Unternehmen und auch auf die Aussenwelt. Elektromobilität im strassengebundenen öV aber macht absolut Sinn, gerade jetzt, wo Energie knapp ist. Elektrobusse verbrauchen nur rund einen Viertel an Energie im Vergleich zu Dieselfahrzeugen. Damit leisten die vbsh einen permanenten Beitrag zur Energiesicherheit.