Den Weg geebnet

Die erste Etappe der Umstellung auf Elektrobusse ist in vollem Gang. Bis ein Bus jedoch auf der Strasse unterwegs ist, sind zahlreiche Arbeitsschritte nötig. Von der Ausschreibung bis zur ersten Kursfahrt vergehen Jahre. Ist der Bus jedoch einmal in Produktion, geht es verhältnismässig schnell.

Ist der Bus einmal spezifiziert und bestellt, ­startet beim Lieferanten die Produktion. «Normaler­weise machen wir dann erst Monate später bei der Hauptabnahme einen Vor-Ort-Termin», sagt Marco Leu, Leiter Technik bei den vbsh. «Beim Elektrobus sind wir aber ausserordentlich bereits für die Rohkarosserie vor Ort gewesen.» Bruno Wanner, Projektleiter Elektrobus, ergänzt: «Nur so haben wir Möglichkeit die einzelnen Fertigungsstufen zu ­sehen, Schnittstellen von Chassis und Carrosserie, Schweissnähte und Strukturübergänge zu prüfen und zu begutachten.»

Hauptabnahme und Funktionskontrolle

Für die sogenannte Hauptabnahme findet dann eine weitere Inspektion und Funktionskontrolle im Werk des Lieferanten statt. Hier wird das fertige und funktionsfähige Fahrzeug final abgenommen. Auch alle zusätzlichen Anforderungen oder Spezialanfertigungen werden vor Ort geprüft, das Fahrzeug muss dabei voll funktionsfähig sein. Die festgestellten Mängel werden vom Hersteller gleich vor Ort in Ordnung gebracht. Erst nach erfolgreicher Abnahme innerhalb der zweiten Inspektion kann das Fahrzeug überführt werden. In Schaffhausen erfolgt dann noch die Übergabeinspektion,
bei der mögliche Transportmängel festgestellt werden könnten.

Bereitstellung für den Linienverkehr

Ist das Fahrzeug im Busdepot angelangt, erfolgen die Vorbereitungsarbeiten (Erstellung Waagschein, Prüfbericht, Bremsprotokoll etc.) für die Abnahme durch das Bundesamt für Verkehr. Parallel wird an der Linienbereitstellung gearbeitet, welches den Einbau der Fahrgastinformation und des Ticketingsystems umfasst, bei dem die Komponenten aus den ausgemusterten Fahrzeugen vorab ausgebaut werden müssen. Ebenfalls erfolgt das vbsh-Branding und die spezifische Fahrzeugbeschriftung vor Ort in Schaffhausen. Nach erfolgreicher Abnahme durch das Bundesamt für Verkehr und ­vollendeter Linienbereitstellung erfolgt der System­test, bei dem das Fahrzeug und die Ladeinfrastruktur zusammen überprüft werden. Erst dann wird das Fahrzeug dem Betrieb übergeben.

Ausbildung grossgeschrieben

Noch bevor die Elektrobusse in den Linien­betrieb übergehen, startete die Ausbildung des Werkstatt- und Fahrpersonals. Jede Busfahrerin, ­jeder Busfahrer, alle Techniker sowie alle Mitarbeiter im Bereitstellungs- und Reinigungsdienst durften sich vorgängig mit den neuen Fahr­zeugen vertraut machen. Die Lehrgänge erfolgten vor Ort durch Instruktoren von Irizar und deren Systemlieferanten direkt an den beiden Vorserie-Fahrzeugen.

Blick in die Produktionshalle von irizar e-mobility, wo auch die Elektrobusse der vbsh gefertigt werden.

(links) Die vbsh-Techniker bei der Dichtheitskontrolle der Kabelführung im Heck. (rechts) Marco Leu, Leiter Technik vbsh, sucht durch unterschiedliche Betrachtungswinkel «Schönheitsfehlern» in der Carrosserie.

(links) Die vbsh-Techniker wurden von Anfang an in das Projekt miteinbezogen und leisteten wertvolle Arbeit bei der Fahrzeugabnahme vor Ort. (rechts) Halil Halili, Techniker vbsh, überprüft den Fahrerarbeitsplatz des Elektrobusses auf seine Funktionsfähigkeit.

Chefsache: Irizar-Geschäftsführer Imanol Rego (rechts), erklärt unter anderem vbsh-Geschäftsführer Bruno Schwager die Produktionsabfolge.